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Die Geschichte der Pfarrgemeinde St. Joseph

"Und wenn ihr auch keine Kirche haben wollt,

  bekommen werdet ihr sie doch einmal !"

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Sonntagsmesse in der Pfarrkirche von Neuhaus regelmäßig hoffnungslos überfüllt. Zwar entspannte sich diese Situation etwas, nachdem sich Sennelager nach heftigen Auseinandersetzungen 1924 kirchlich von der Muttergemeinde getrennt hatte, aber der Pfarrer von Neuhaus, Dr. Wurm, wollte dennoch eine Filiale im wachsenden Ortsteil Mastbruch gründen. Zu diesem Zweck wurde eine Versammlung der Anwohner in die "Nachtigall" einberufen.

Dr. Wurm hatte zwar ein Grundstück an der Kreuzung Triftweg / Mastbruchweg im Auge, aber ansonsten keinen festen Plan. Er schlug vor, mit der Sammlung von Geld zu beginnen, um eine finanziellen Grundstock für die notwendige Eigenbeteiligung der Gemeinde am Bau zu schaffen. Hiermit stieß er aber auf die Ablehnung der Versammelten, denn die Zwanziger Jahre waren in Mastbruch nicht golden. Dr. Wurm verließ enttäuscht die "Nachtigall" und hat das Vorhaben nie wieder aufgegriffen. Er soll aber später einmal den oben zitierten Ausspruch getan haben.

 
 

Die Pfarrvikarie St. Josef

Damit hätte sich Dr. Wurm als Prophet erwiesen. Sein Nachfolger in Neuhaus, Pfarrer Wittler, verfolgte nämlich das Projekt der Gründung einer Filialgemeinde in Mastbruch sogar während des Zweiten Weltkrieges, zumal seit 1943 die Einwohnerzahl  des Ortsteils durch die Errichtung von Behelfsheimen für Ausgebombte und Flüchtlinge erneut angestiegen war. Nach dem letzten verheerenden Bombenangriff auf Paderborn wurden Ende März 1945 Teile des neuen Waisenhauses nach Mastbruch, in ein Behelfsheim auf der Sinnenheide gegenüber der Schule evakuiert. Zwei Vinzentinerinnen betreuten dort die etwa 35 Jungen.

In diesem Gebäude, das zuerst "Waisenhaus", später "Josefshaus" genannt wurde, wurde am Ostersonntag (1. April) 1945 um 16.00 Uhr die erste heilige Messe in Mastbruch gelesen, während der Ortskern von Neuhaus unter Artilleriebeschuß lag. Zelebrant war Pfarrer Heinrich Hesse von St. Georg in Paderborn, der zu Besuch im Waisenhaus war. Hesse spielte nach Kriegsende in der Paderborner Kommunalpolitik eine entscheidende Rolle, indem er die Umorientierung der politisch engagierten Katholiken von der Zentrumspartei auf die neugegründete CDU förderte.

In Mastbruch wurden von da an regelmäßig Messen gelesen, die oft überfüllt waren und wenn nötig und möglich im Freien stattfanden. Im "Josefshaus" mußten nämlich die Kinder betreut werden, da das Waisenhaus in Paderborn als Lazarett genutzt wurde. Noch im Mai erhielt die angehende Pfarrvikarie deshalb eine überzählige Militärbaracke aus Staumühle als Behelfskirche. Die Baracke wurde in der Senne abgebaut, nach Mastbruch transportiert, die Schuljugend hob auf Sinnenheide am Mastbruchweg gegenüber der Schule eine Baugrube aus, das Betonfundament wurde gegossen und die Baracke wieder zusammengesetzt.

Sie sollte als Kindergarten und Behelfskirche dienen, offiziell nur als Kindergarten, weil ein Kirchenbau aufgrund der immer noch geltenden Verwaltungsbestimmungen des Dritten Reiches nicht genehmigt worden wäre. Diese erste Kirche in Mastbruch wurde am 26. August 1945 feierlich eingeweiht. Über 600 Gläubige waren dabei anwesend, eine Kapelle ersetzte die fehlende Orgel.

Als Glockenturm diente ein Holzgerüst zwischen zwei Kiefern, an dem eine Glocke aus der Rochuskapelle in Neuhaus hing. Diese Glocke war in einem Paderborner Betrieb gefunden worden, wo sie während des Krieges nur durch Zufall dem Schmelztiegel entgangen war. Um sie zu läuten, mußte ein Messdiener in den Baum steigen und sich an das Glockenseil hängen.

An jedem Werktag war von nun an um 07.00 Uhr eine Messe für die Schulkinder, Sonntags wurden zwei Messen gefeiert. Seelsorger war Karl Jelkmann, der 3. Vikar von Neuhaus. Er wurde anfangs von den Vinzentinerinnen unterstützt, in der Regel zwei Schwestern, die mit dem Waisenhaus in die junge Gemeinde gekommen waren. Sie erwarben sich unschätzbare Verdienste in der Kinderbetreuung, in der Krankenpflege und bei Krankenbesuchen. Zum allgemeinen Bedauern verließen die Schwestern die Gemeinde im September 1948, weil der Orden die Kosten für ihre Tätigkeit nicht mehr übernehmen konnte.

Mastbruch hatte also seine ersten Schritte als eigenständige Gemeinde getan, aber es blieb zunächst stark auf die Muttergemeinde bezogen. Bevor der Vikar Ende Oktober 1945 zwei Zimmer im "Josefshaus" bezog, wurde sogar das Allerheiligste der Behelfskirche in Neuhaus aufbewahrt, denn Mastbruch war auch nach dem Ende des Krieges kein sicherer Ort.

Seit Kriegsende lebten zehntausende ehemalige Gefangene und Zwangsarbeiter in den Kasernen und Lagern der Senne. Sie waren zu Displaced Persons geworden, deren Rückkehr in ihre vom Krieg zerstörten Heimatländer nur sehr langsam vonstatten ging. Sie waren zum größten Teil sich selbst überlassen,  durch die Entbehrungen und brutalen Mißhandlungen in der Gefangenschaft geschwächt und unterernährt. Die DPs versuchten, sich aus dem umliegenden Land selbst zu versorgen, was oft in Plünderung, Brandstiftung und Mord ausartete. Zwei Hofbesitzer wurden in dieser Zeit in Mastbruch erschossen. Die britische Militärregierung griff weder bei der Betreuung der DPs noch beim Schutz der Bevölkerung durch. Erst im Frühjahr 1946 besserte sich die Lage.

Auch als Pfarrvikar Jelkmann in Mastbruch wohnte, wurden Taufen, Trauungen und Beerdigungen zunächst  von Neuhaus aus durchgeführt. Im Dezember 1945 wurde St. Josef offiziell als Pfarrvikarie ohne eigene Vermögensverwaltung eingerichtet. Ab dem 1. Januar 1946 waren eigene  Kirchenbücher zu führen, in den folgenden Monaten gab es die erste Taufe, die erste Trauung und die erste Beerdigung in Mastbruch. Am 28. April 1946 konnte erstmalig die Erstkommunion gefeiert werden, 13 Mädchen und 11 Jungen nahmen daran teil. Über die Hälfte der Väter dieser Kinder war gefallen oder in Gefangenschaft.

Die Behelfskirche wurde mit den vorhandenen Mitteln weiter ausgebaut. 1947 lieferte die Firma Benteler ein 10 Meter hohes Metallgerüst, das als Glockenturm diente. Hier erklang eine gebrauchte Glocke aus der Neuhäuser Pfarrkirche. Diese Glocke hatte als einzige von Vieren den Zweiten Weltkrieg überlebt und war beim Beschuß im April 1945 beschädigt worden.

Ein Jahr später gab die Muttergemeinde auch ihre Kirchturmuhr ab. Für sie wurde  ein Holztürmchen auf die Sakristei der Behelfskirche gesetzt und im Fußboden eine Grube für die Gewichte gegraben, aber die Uhr lief trotzdem nur 12 Stunden, sodaß jeden Morgen und jeden Abend ein Messdiener sie aufziehen mußte. Von da an schlugen auch für die Mastbrucher die Viertel - und vollen Stunden; der Ton kam von ausgedienten Lokomotivglocken.

 
 

Erste Schritte zum Kirchenbau

Trotz dieser Neuerungen blieb der Wunsch nach einer "richtigen" Kirche. Im Herbst 1946 wurde der Beschluß gefaßt, ein eigenes Wohnhaus für den Vikar zu bauen. Das dazu nötige Bauland sollte bereits so groß sein, daß eine Option für einen späteren Kirchenbau vorhanden war. Vier Grundstücke standen zur Auswahl.

Zu dem schon von Pfarrer Wurm favorisierten Standort an der Kreuzung Hatzfelder Straße / Mastbruchweg  kamen die Heidefläche gegenüber der Schule, auf der die Behelfskirche stand und zwei gegenüberliegende Felder etwa 150 m weiter nördlich am Mastbruchweg. Der Besitzer des ursprünglich für den Kirchenbau vorgesehenen Grundstücks wollte ungern verkaufen, außerdem war es zu weit von der Schule entfernt. Darüber hinaus sah man die Hatzfelder Straße als künftige Hauptverkehrsstraße nach Marienloh. Zunehmender Verkehr hätte die Schulkinder gefährdet und die Gottesdienste gestört.

Das Grundstück auf der Westseite des Mastbruchweges schied aus, weil hier die Kirche genau "falsch herum", nach Westen ausgerichtet gebaut worden wäre. Um die restlichen beiden Optionen gab es in der Gemeinde wochenlangen, heftigen Streit. Für einen Bau auf Sinnenheide sprach, daß die ausgesprochene Streusiedlung Mastbruch erstmals einen Ortskern mit Kirche und Schule erhalten hätte; dagegen sprachen die Grundwasserhöhe und die versteckte Lage zwischen hohen Fichten. Auch gestalteten sich wohl die Verhandlungen mit dem Besitzer schwierig.

So stimmte zwar eine knappe, nachhaltig durch den Pfarrvikar beeinflußte Mehrheit auf einer turbulent verlaufenen Gemeindeversammlung für Sinnenheide als Standort, aber am 11. Mai 1947 stimmten sowohl Vertreter aus Mastbruch als auch der Neuhäuser Kirchenvorstand nahezu geschlossen für das Roggenfeld des Landwirts Höschen auf der Ostseite des Mastbruchweges.

Nach der letzten Ernte wurde dort im August 1947 mit dem Bau der Vikarie begonnen. Die Beschaffung des Baumaterials gestaltete sich äußerst schwierig; so gelang es erst nach langem Suchen, 20 Zentner Roggen aus Mastbruch gegen 200 Zentner Zement vom "Atlas" - Werk in Paderborn einzutauschen. Die Dachziegel wurden später über Beziehungen in Alfen beschafft.

 
 

Kirchenbaufonds und Kirchenbauverein

Im Januar 1949 konnte Pfarrvikar Jelkmann in sein neues Wohnhaus einziehen. Der Bau hatte in wirtschaftlich schweren Zeiten begonnen, in denen das vorhandene Geld, die Reichsmark, kaum noch etwas wert gewesen war, aber seit der Währungsreform im Juni 1948 gab es wieder "richtiges" Geld. Langsam konnte man an den Bau einer festen Kirche für die neue Filialgemeinde denken.

Allerdings mußte die Gemeinde selbst etwa ein Drittel der Bausumme aufbringen. Im November 1949 begannen Vikar und Männerverein deshalb mit der Sammlung von Geld, ein entsprechender Rundbrief wurde an alle Familien verschickt. Bis zum Januar 1950 waren etwa 11.000 DM im Kirchenbaufonds, trotz Mißfallenskundgebungen über die allgemeine Richtung in der Paderborner "Freien Presse" (Vorläuferin der "Neuen Westfälischen"). Benötigt wurden allerdings 50.000 DM !

Um die Geldsammlung voranzutreiben, wurde im Februar 1950 der Kirchenbauverein St. Josef Neuhaus gegründet. Er vertrieb Bildpostkarten mit den Bildern der Behelfskirche und dem geplanten Neubau und führte Sammlungen durch. Auch die Mitglieder der Muttergemeinde wurden um Hilfe gebeten.

Sorge bereitete es den Verantwortlichen dabei, daß der Kirchenbaufonds nur langsam wuchs, während die zu erwartenden Baukosten stetig anstiegen. Vorschläge, den Bau durch Umplanungen billiger zu machen, scheiterten auch am Erzbischöflichen Generalvikariat, das einen repräsentativen Bau wollte. So verstrich auch das Jahr 1951: Die Pfarrvikarie wurde endgültig fertiggestellt, das Gelände ringsum verwandelte sich in ein Baustofflager, weil schon in diesem Sommer Kies und Steine herangeschafft wurden, aber erst zum Jahresende hellte sich der finanzielle Horizont auf. Mit gesammeltem Geld und zugesagten Krediten waren 50.000 DM zusammen, sodaß der Neuhäuser Kirchenvorstand im Januar 1952 den Bau beschließen konnte.

 
 

Der Bau der Josefskirche

Im März wurde die Firma Siemen mit den Bauarbeiten beauftragt, am 23. erfolgte der erste Spatenstich. Gebaut wurde nach den Plänen des Paderborner Architekten Lucas, die sich seit Beginn der Planungen nicht wesentlich verändert hatten. Die neue Kirche war lediglich ein Joch, das heißt 4,20 Meter kürzer als ursprünglich vorgesehen.

Das Richtfest folgte Ende Juni, anschließend wurde fieberhaft am Innenausbau gearbeitet, sodaß der festgelegte Termin für die Weihe eingehalten werden konnte. Am 14. Dezember 1952, dem 3. Adventssonntag, weihte der Erzbischof von Paderborn, Lorenz Jäger, die neue Kirche. In den folgenden Jahren wurde weiter gebaut und verfeinert, 1954 erhielt die Kirche eine Orgel, die allerdings erst 1979 erweitert und damit vollendet wurde.

Zwei Mal, 1970 und 1990/91 wurde die Kirche gründlich renoviert und im Inneren teilweise umgebaut. Die erste Erneuerung war dabei wesentlich teurer als es der Neubau gewesen war. Die Kirche war zwar kleiner als geplant gebaut worden, und die Zahl der Gemeindemitglieder wuchs in den folgenden Jahren und Jahrzehnten ständig, aber es findet sich nur einmal in der Pfarrchronik, Anfang 1964, eine Klage darüber, daß die Kirche an Sonntagen überfüllt war. In den folgenden Jahrzehnten nahm die Zahl der Kirchgänger dann stetig ab, und das Problem erledigte sich von selbst.

1957 brachte die Gemeinde 25.000 DM auf, um drei neugegossenen Glocken anzuschaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Glocke der Notkirche zur Messe gerufen. Manchmal läutete diese  Glocke auch ohne ersichtlichen Grund, denn sie hing immer noch frei zugänglich in ihrem Stahlgerüst. Am Passionssonntag wurde sie durch die drei neue Bronzeglocken ersetzt, die von einem elektrischen Läutwerk betätigt wurden. Die Muskelkraft der Messdiener, und unbefugter Scherzbolde, hatte ausgedient.

Die Behelfskirche selbst, die in der Zwischenzeit für allerlei Veranstaltungen gedient hatte, wurde im Dezember 1960 verkauft und abgebrochen. Ihr Standort wurde in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

 
 

St. Josef/Joseph wird erwachsen

Zum Ende der Fünfziger Jahre war durch Ankauf das Gelände um die Kirche herum erweitert worden; hier sollten langfristig ein Kindergarten und ein Jugendheim entstehen. Dieser Bau wurde in den Jahren 1966 und 1967 auch ausgeführt, obwohl die politische Gemeinde Schloß Neuhaus es lieber gesehen hätte, wenn der Kindergarten weiter nördlich gebaut worden wäre, dort, wo in diesen Jahren ständig neues Bauland erschlossen wurde.

Dieses rasante Wachstum des Ortsteils hatte auch Einfluß auf die weitere Entwicklung der Kirchengemeinde: Weil die Zahl der Gemeindemitglieder stetig größer wurde, und eine weitere Zunahme abzusehen war, beantragte der Kirchenvorstand im Oktober 1961 beim Erzbischöflichen Generalvikariat, St. Joseph zur Pfarrei zu erheben. Nach Zustimmung der kirchlichen und staatlichen Stellen wurde der bisherige Pfarrvikar Theodor Schlüter am 6. Mai 1962 feierlich als erster Pfarrer von Mastbruch eingeführt.

Die Sechziger Jahre waren für die Weltkirche eine Zeit der Veränderungen, vor allem als Folge der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Chronik der Gemeinde verzeichnet, wie sich das kirchliche Leben auch in Mastbruch veränderte: Die heilige Messe wurde zu den Gläubigen hin gewandt und in deutscher Sprache zelebriert; Ende Juni 1967 wurde zum ersten Mal ein Pfarrgemeinderat gewählt; der Status der Josefsschule als Bekenntnisschule wurde in Frage gestellt.

Eine weitere, kleine aber auffällige Änderung, die bis heute zuweilen für Verwirrung sorgt, ist die Schreibweise des Namens der Pfarrei. Pfarrer Schlüter schrieb in der Pfarrchronik von Anfang an Joseph, auch als diese Schreibweise noch nicht offiziell war. Nach und nach scheint sich dann Joseph durchgesetzt zu haben.

Für größere Feiern der Gemeinde war lange Jahre die "Nachtigall" genutzt worden, manchmal auch die Räumlichkeiten einer der beiden Schulen. Dort fanden die Pfarrfeste und auch Veranstaltungen zum 25. Jubiläum des Kirchenbaus im Dezember 1977 statt. 1980 wurden die Planungen für ein neues Pfarrzentrum konkret, 1984 gingen die ersten Spenden ein und die genauen Planungen wurden aufgenommen, sodaß der Bau von 1985 bis 1987 errichtet werden konnte.

Die Mastbrucher Vereine erbrachten Eigenleistungen. Einweihung des neuen Gebäudes war am 1. Februar 1987. Während der Renovierung der Kirche in den Jahren 1990 und 1991 wurden dort die Messen gefeiert. Das Gelände zwischen Kirche, Pfarrhaus und Pfarrzentrum wurde zum neuen Mittelpunkt der Gemeinde, wo jedes Jahr am 1. Mai das Pfarrfest gefeiert wird, das in seiner heutigen Form erstmals 1978 stattgefunden hat.

In den Achtziger Jahren kümmerten sich einige Mitglieder der Gemeinde intensiv um aramäische Familien, die als Asylbewerber in Mastbruch lebten. 1986 gingen sechs aramäische Kinder in St. Joseph zur Erstkommunion. Seit 1992 verfügen die Aramäer über eine eigene Kirche, die teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde liegt.

Gemeinde und Kirche veränderten auch weiter ihr Gesicht. Seit 1995 dienen auch Messdienerinnen am Altar. Im Jahr zuvor war ein neuer Kreuzweg in der Kirche angebracht worden, der von vier Frauen aus der Gemeinde gemalt worden war. Diese Veränderung war innerhalb der Gemeinde heftig umstritten, weil er eine Veränderung des gewohnten und liebgewordenen Innenraumes der Kirche mit sich brachte, aber der neue Kreuzweg erregte über Paderborn hinaus positive Beachtung. 1995/96 war erstmals ein Diakon in der Gemeinde tätig.

Um den neuen demographischen und sozialen Herausforderungen gerecht zu werden, führte das Erzbistum Paderborn zur Jahrtausendwende Pastoralverbünde ein, in denen sich bis zu fünf Pfarreien zusammenschlossen. Am 1. Dezember 2002 wurde so der Pastoralverbund Schloß Neuhaus eingerichtet, in dem die Gemeinden St. Heinrich und Kunigunde und St. Joseph in neuer Form zusammenfanden. Eine enge Zusammenarbeit mit einer Bündelung der Kräfte war bereits in den Siebziger Jahren von den beiden damaligen Pfarrern geplant worden; in den Neunziger Jahren wurde sie auf vielen Gebieten Wirklichkeit.

 
 

Das Personal: Pfarrer und Vikare in St. Joseph

 
 Pfarrvikar
 Karl Jelkmann
 Oktober 1945 - April 1950  ging als Vikar nach Beverungen
 Pfarrvikar
 Paul Witte
 April 1950 - April 1958
 Pfarrer in Westönnen, dort
 1969 verstorben
 Pfarrvikar
 Friedrich Mathey
 August 1958 - April 1961  Pfarrer in Esbeck bei Lippstadt
 Pfarrvikar/Pfarrer
 Theodor Schlüter
 Mai 1961 - Dezember 1976  am 6. 12. 1976 verstorben
 Pfarrer
 Wolfgang Schmidt
 Mai 1977 - Juli 1993  Pfarrer in Verl - Sürenheide
 Pfarrer
 Stefan Wigger
 September 1993 - Dezember 2002  Propst St. Andreas Brilon

Dazwischenliegende Vakanzzeiten wurden durch die Muttergemeinde und Vertretungen überbrückt. Ab 1. Dezember 2002 werden die hauptamtlichen Kräfte nicht mehr für die Pfarrei, sondern für den gesamten Pastoralverbund beauftragt.

 
 Pfarrer
 Matthias König
 Dezember 2002 - November 2004  Weihbischof im Erzbistum Paderborn
 Vikar
 Lars Hofnagel
 Juli 2003 - September 2007  Katholische Hochschulgemeinde Paderborn 
 Vikar
 Ralf-Josef Frenzel
 Juni 2004 - Juli 2007  Vikar im Pastoralverbund Delbrück 
 Pfarrer
 Peter Scheiwe
 Dezember 2004 -  
 Vikar 
 Guido Schulte 
 Juli 2007 - Juni 2008  Vikar im PV Kirchspiel Neuenkirchen 
 Vikar 
 Maurinus Niedzwetzki 
 Juli 2008 - Juli 2011  Pastor im PV Dortmund-Mitte-Ost 
Pastor
Jörg Klose
 August 2011 -   

 
 
Die Zahl der Gemeindemitglieder

 1945  1.100
 1955  1.422
 1958  2.185
 1966                           2.720
 1969  3.050
 1971                           3.500
 1980  4.010
 1985  3.600
 2002  3.902 in ca. 1.800 Haushalten    
 2003  3.898
 2004  3.861
 2005  3.842
 2010   3.862 

 

 

Ein Gemälde  für das Pfarrzentrum  >

 

Mastbruch - Spuren der Geschichte  >

 

Literatur

Chronik der Pfarrgemeinde St. Josef in Neuhaus (Kreis Paderborn)

Frank Göttmann u. a., Paderborn. Geschichte der Stadt in ihrer Region, Paderborn 1999

Elisabeth v. Kanne, Mastbruch, Paderborn 1985 (Eigenverlag)

Uwe Piesczek u. a., Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992

 

Christoph von Rüden

 
 
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