Mastbruch
Kurze Geschichte eines Ortsteils
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Für eilige Leser: das Wichtigste
in Kürze Jungsteinzeit und Bronzezeit: An der Lippe ansässige Menschen begraben ihre Toten in der Nähe des heutigen Schatenweges. 1036 Neuhaus wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 17. Jahrhundert Außer dem bischöflichen Gut Nachtigall und einem Gräftenhof ist das Mastbruch menschenleer. Es dient als gemeinschaftliche Weidefläche für das Neuhäuser Vieh. 1821 Die gemeinschaftliche Nutzung von Feldfluren wird in Preußen durch Gesetz aufgehoben. 1834 - 1871 Das zuvor im Gemeinbesitz gewesene Land wird in Neuhaus aufgeteilt und an neue Besitzer vergeben. Die Besiedlung des Mastbruchs beginnt. Gleichzeitig beginnen gezielte Eingriffe in den Charakter der Landschaft. 1890 Das Mastbruch ist relativ dicht besiedelt. Erste Wege sind angelegt und Brücken gebaut. Das Kriegsministerium beschließt, in der Senne einen Truppenübungsplatz einzurichten. Die Ausdehnung der Siedlung nach Osten ist damit beendet. 1909 Eine einklassige Volksschule nimmt in Mastbruch den Betrieb auf. 1945 Am Ostersonntag wird in Mastbruch die erste heilige Messe gelesen. Kurz darauf wird eine Notkirche errichtet, und Mastbruch wird eine Vikarie von Schloß Neuhaus. 1949 Das Pfarrhaus kann bezogen werden. 1952 Am dritten Adventssonntag weiht der Erzbischof die neue Pfarrkirche. 1962 Am 6. Mai wird die Pfarrvikarie zur Pfarrei St. Joseph; Theodor Schlüter wird als erster Pfarrer feierlich eingeführt. 1975 Schloß Neuhaus wird mit seinen Ortsteilen nach Paderborn eingemeindet. Neugierig geworden ? Dann schön der Reihe nach: |
1. Zeugnisse aus Vor - und Frühgeschichte
2. Das Mastbruch als Gemeindehude
3. Die Erschließung und Besiedlung des Mastbruchs
3.1 Die Aufteilung der Gemeindehude
3.2 Eingriffe in die Landschaft und Erschließung
3.3 Die Siedler
4. Die Entwicklung zum Ortsteil
4.1 Die Schulen
4.2 Mastbruch als wachsender Ortsteil
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Der oder das Mastbruch gehört landschaftlich zum südlichen Teil der Senne, der vom Teutoburger Wald und der Lippe begrenzt wird. Es liegt zwischen Schloß Neuhaus (Dubelohstraße) und dem Diebesweg, zwischen den Tallewiesen (Marienloher Straße und An der Talle) und dem Truppenübungsplatz Senne (Thuner Weg).
1. Zeugnisse aus Vor - und Frühgeschichte
Diese Landschaft war bereits in vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsgebiet. Davon zeugen Grabstätten aus diesen Epochen. In der Jungsteinzeit (etwa 2500 bis 2000 v. Chr.), wurden Tote in Steinkammergräbern bestattet, unter Erdhügeln, die Kammern aus großen, nicht durch Mörtel verbundenen Steinen zudeckten. Im Mastbruch war wohl seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Anwohnern eine solche Grabanlage bekannt. Sie lag im zunächst dünigen, später bewaldeten Gelände am Schatenweg, in der Nähe der Tallewiesen. Die teilweise freigelegten Steinblöcke wurden als Baumaterial genutzt, so in einer Grundstücksmauer des nahegelegenen Tallehofes. Darüber hinaus wurden einige große Findlingsblöcke im Ersten Weltkrieg zur Gestaltung des Waldfriedhofs nach Neuhaus abtransportiert.
In den Jahren 1949 und 1983 wurden die verbliebenen Reste der Grabanlage wissenschaftlich untersucht. Menschliche Überreste wurden bei diesen Grabungen nicht gefunden, weil der Sand im Lauf der Jahrhunderte den Knochenkalk zerfressen hatte. Auch die in dieser Epoche üblichen Grabbeilagen, das heißt vor allem Keramikgefäße und möglicherweise erste Becher und Schalen aus Metall, fehlten, wodurch eine genauere Datierung unmöglich war. Es soll noch ein zweites Steinkammergrab auf dem Gelände des heutigen Waldfriedhofs gegeben haben.
Das Gebiet am Schatenweg diente auch durch spätere Jahrhunderte als Begräbnisstätte. Menschliche Siedlungen waren daher nicht weit, und wenn man die Verhältnisse an anderen Fundorten im Paderborner Land zum Vergleich heranzieht, dürften diese Siedlungen an der nahen Lippe gelegen haben. Der direkte archäologische Beweis für diese Annahme steht allerdings noch aus. Längere Zeit war in Mastbruch jedenfalls eine Gruppe von bronzezeitlichen Hügelgräbern aus der Zeit von etwa 1600 bis 1200 v. Chr. bekannt. Diese Gräber wurden 1936 zum ersten Mal vermessen und registriert. 1970 plante man dann auf dem betreffenden Gelände den Neubau der Hauptschule Mastbruch.
Auf Bitte des Landesmuseums für Vor - und Frühgeschichte wurde dabei der Baukörper des Schulgebäudes gegenüber den ursprünglichen Planungen um 15 m verlegt, um vier der Bodendenkmäler zu erhalten. Das fünfte Grab wurde geöffnet und sorgfältig abgetragen. Es fanden sich Hinweise auf eine Feuerbestattung, allerdings gab es auch hier weder Knochenreste noch Grabbeigaben. Die verbliebenen vier Grabhügel wurden mit Heide bepflanzt und in die Anlagen der neuen Schule einbezogen.
2. Das Mastbruch als Gemeindehude
Obwohl also sehr früh Menschen in der Nähe der Lippe im Bereich Mastbruch siedelten, entstand die erste schriftlich erwähnte Ansiedlung weiter flußabwärts, am Zusammenfluß der Lippe mit Pader und Alme. Im Jahr 1036 gründete der Paderborner Bischof Meinwerk das Busdorfstift. Um dieses Stift auf eine sichere finanzielle Grundlage zu stellen, wies er ihm die Steuereinnahmen, den Zehnten, aus einer Reihe von Höfen und Gütern zu, die in der Umgebung der Bischofsstadt lagen. Dabei wird in der Stiftungsurkunde neben vielen anderen bestehenden Orten und Höfen der Umgebung erstmals auch der bischöfliche Haupthof Neuhaus mit den Vorwerken Elsen, Ascha, Burch und Thune erwähnt.
Vorwerke waren kleinere Höfe, in denen Vieh versorgt oder Getreide gelagert werden konnte, um den oft weiten Weg vom Haupthof zur Arbeit auf Weiden und Feldern abzukürzen. Bei dem Vorwerk Elsen handelt es sich um die Keimzelle des heutigen Stadtteils. Ascha lag zwischen den heutigen Ortschaften Gesseln und Scharmede und wurde schon bald wieder aufgegeben. Über Burch weiß man nur, daß es sehr nah bei Neuhaus lag. Mit Thune ist der heutige Thunhof gemeint.
Der Haupthof Neuhaus entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zur Residenzstadt der Paderborner Fürstbischöfe. Die Besiedlung beschränkte sich auf den Bereich der drei Flüsse mit der Burg des Bischofs als Mittelpunkt. 1437 wird erstmals ein "Gotteshaus zum Neuhaus" urkundlich erwähnt. Diese Pfarrkirche war dem Heiligen Ulrich geweiht. In den Jahren 1665 bis 1668 wurde diese Kirche abgerissen und durch einen großzügigen Neubau ersetzt, der dem heiligen Kaiser Heinrich II. und seiner Gemahlin, der Heiligen Kunigunde geweiht wurde. St. Ulrich blieb Nebenpatron. Außerhalb dieses Areals gehörte noch das aus dem gleichnamigen Vorwerk hervorgegangene Dörfchen Thune zu Neuhaus. Im 17. Jahrhundert wurde dann am Südrand des Mastbruchs das Gut Nachtigall (das heutige Waldhotel Nachtigall) erbaut, das ein Besitz des jeweils regierenden Fürstbischofs war. Außerdem gab es, an der heutigen Hatzfelder Straße 64, einen Gräftenhof.
Solche Anlagen findet man eigentlich eher im Münsterland und westlich davon. Es sind Gehöfte, die von einem bis zu sieben Meter breiten Wassergraben (Gräfte, verwandt mit dem niederländischen Gracht) umgeben sind. Der Graben wurde aus Bächen und Flüssen oder aus dem Grundwasser gespeist. Im Mittelalter wurden Gräftenhöfe als Wehranlagen angelegt, später konnte die Gräfte auch ästhetischen Zwecken dienen oder einfach dazu, das Grundwasser von der Hofstelle abzuleiten.
Vielleicht aber wurde an der Hatzfelder Straße auch eine Fischzucht betrieben. Viele "Teiche" in der Gegend um Paderborn waren in Wirklichkeit nicht große, stehende Gewässer, sondern Grundstücke, die von einem Wassergraben eingefaßt waren. Sie deckten den damals großen Bedarf an Speisefischen, der bestand, weil das Fasten - und Abstinenzgebot viel strenger gehandhabt wurde als heute.
Der Gräftenhof im Mastbruch wurde jedenfalls im Jahr 1689 errichtet. Er bestand aus drei Gebäuden, einem Haupthaus, einem Nebenhaus und einem Schuppen. Die Besitzgeschichte des Anwesens läßt sich durch die folgenden Jahrhunderte anhand schriftlicher Quellen recht genau verfolgen. Die Gebäude sind mit der Zeit verfallen und wurden schließlich abgerissen. Aus der Luft war im Gelände noch lange der ehemalige Verlauf des Wassergrabens zu erkennen.
Abgesehen von diesen beiden Häusergruppen war das Mastbruch im Osten der Residenzstadt menschenleer. Der Name Mastbruch, der seit dem 17. Jahrhundert zunächst als Mastbruke auftaucht, weist auf Funktion und Beschaffenheit der Landschaft hin. Das Word Mast ist gleichbedeutend mit Mästung, Bruch bezeichnet eine feuchte, sumpfige Wiesenlandschaft. Diese Charakterisierung bezog sich besonders auf den Bereich des oberen, östlichen Mastbruch nördlich der Lippe. Ansonsten war das Mastbruch eine Weidelandschaft mit Heideflächen, die über die Jahrhunderte von den Bürgern von Neuhaus als Gemeindehude, als der Gemeinschaft gehörende Viehweide genutzt wurde.
Diese Funktion erfüllte vor allem das heutige Gebiet Mastbruchstraße - Trakehnerstraße - Marschallteich. Straßennamen wie Deipenweg (Deipe = tiefe und morastige Senke, die als Viehtränke genutzt wurde) und Nasser Kamp (= tiefe, nasse Weideplätze) erinnern daran. Marschallteich war eine Flurbezeichnung für das Quellgebiet des Krebsbaches im oberen Mastbruch. Dieser Bach speiste die Fischteiche, die der Fürstbischof aus dem oben genannten Grund im Wilhelmsberg unterhielt. Als durch die unten beschriebenen Maßnahmen des 19. Jahrhunderts dem Mastbruch das Grundwasser mehr und mehr entzogen wurde, trocknete der Marschallteich ab. In jener Zeit soll der Krebsbach noch ein idealer Lebensraum für Krebse gewesen sein.
In der Zeit, in der das Mastbruch als Gemeindehude diente, wurde in Neuhaus frühmorgens ein Horn geblasen, um die Haustiere zusammenzurufen. Das Vieh wurde aus den Ställen gelassen und getrennt nach Arten, Rinder, Schweine und Schafe, von den Hirten am Gut Nachtigall vorbei auf dem Driftweg (der heutigen Hatzfelder Straße) auf die Weideflächen getrieben. Die Besitzer der Tiere mußten für dieses Weiderecht einen gewissen Geldbetrag bezahlen.
Bei den Tieren dürfte es sich vor allem um Schafe gehandelt haben. Ein Bericht aus dem Jahre 1803 vermerkt drei Triften (größere Herden mit je etwa 500 Stück) und mehrere kleinere Herden. Neuhaus war für seine Schafzucht bekannt, deren Produkte sich auch über den engeren Paderborner Raum hinaus verkaufen ließen. Ein Züchter, der im 19. Jahrhundert im Mastbruch ansässig wurde, trieb seine Herden bis nach Gütersloh, Marsberg und Büren. Schäfer und Tiere gingen dabei zu Fuß über die Wege und Landstraßen. Wenn es sein mußte, wurde unterwegs im Freien übernachtet. Rinder waren dagegen seltener auf der Hude. Wahrscheinlich besaßen viele Haushalte in Neuhaus ein einzelnes Tier zur Deckung des Eigenbedarfs.
Die Fürstbischöfe nahmen ebenfalls Einfluß auf die Landwirtschaft. Sie förderten, im Rahmen ihrer barocken Prachtentfaltung, die Pferdezucht und unterstützten so in Neuhaus abgehaltene Pferdemärkte. Diese Förderung entfiel, als das Fürstbistum Paderborn 1803 im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurde. Ebenso entfiel die Grundlage eines gewissen Wohlstandes, denn die bischöfliche Residenz hatte Arbeitsplätze und einen Markt für handwerkliche Dienstleistungen und landwirtschaftliche Produkte geschaffen. Neuhaus wurde nun preußisch, und die neue Verwaltung nahm den neugewonnen Besitz in Augenschein. Der Bericht eines preußischen Beamten von 1803 zeigte sich wenig begeistert: Gewerbe und Handel unbedeutend; magerer, sandiger, sumpfiger Grund, für Landbau nicht sehr geeignet.
Der Beamte weist auch darauf hin, daß die Bürger keinen direkten Zugang zu Wäldern und damit zu Feuerholz hatten. Stattdessen wurde im Mastbruch Torf gestochen. (Vom Dezember 1976 bis zum März 1977 hieß die heutige Dietrichstraße in Erinnerung an diesen Umstand Im Torfstich. Zuvor hatte die Straße Fürstenbergweg geheißen. Dieser Name mußte geändert werden, weil Mastbruch 1975 ein Ortsteil von Paderborn geworden war, und weil es in der Kernstadt bereits eine Fürstenbergstraße gab. Nach dem Zwischenspiel mit dem Verweis auf die historische Funktion der Landschaft kam man auf die Idee, sich den Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg zu teilen: Paderborn besitzt nun den Familiennamen, Mastbruch den Vornamen.)
Der scharfe Blick des preußischen Beamten auf Neuhaus und Umgebung mag dadurch getrübt gewesen sein, daß sich der Vertreter einer protestantischen Großmacht mit der ehemaligen Residenz eines katholischen Fürstbistums befaßte, aber die Lage war so ernst, daß der merkantilistische Staat sogleich mit Versuchen begann, die Neuhäuser Wirtschaft auf eine neue Grundlage zu stellen. Die Etablierung einer Tuchfabrik im beschlagnahmten fürstbischöflichen Schloß gehörte ebenso zu diesen Aktivitäten wie der letztlich fehlgeschlagene Versuch, auf der Lippe eine ertragreiche Lastschiffahrt zu betreiben. Die wirtschaftliche Erholung der ehemaligen Residenz war ein langwieriger Prozeß, der sich über das ganze 19. Jahrhundert hinzog.
3. Die Erschließung und Besiedlung des Mastbruchs
3.1 Die Aufteilung der Gemeindehude
In jener Zeit des Umbruchs und der Ungewißheit für Neuhaus begann die Entwicklung des Mastbruchs von der mehr oder weniger menschenleeren Gemeindehude zum Ortsteil. Zwei Voraussetzungen mußten erfüllt werden, damit überhaupt eine solche Entwicklung beginnen konnte. Zum einen mußten sich die Besitzverhältnisse ändern, zum anderen mußte die unwirtliche Landschaft zugänglich und bewohnbar gemacht werden.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befanden sich 50% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der preußischen Provinz Westfalen im Gemeineigentum. Das Mastbruch, eine von diesen Flächen, wurde gegen Gebühr als Viehweide genutzt, außerdem wurden hier Torf und Heideplaggen gestochen und von der Gemeinde verkauft. ( Heideplagge war die in 4 bis 6 cm Tiefe abgeschälte Narbe von Heideflächen; sie diente als Streu in Viehställen oder zur Düngung von leichten Sandböden.)
1821 wurde diese gemeinsame Nutzung von Feldfluren durch ein Gesetz aufgehoben. Die Fluren waren in Grundstücke aufzuteilen, die dann erworben werden konnten. Ziel dieser Reform war es, Niveau und Intensität der Landwirtschaft zu heben. In Neuhaus kam dieser Prozeß, auch als Separation bezeichnet, 1834 in Gang und wurde 1871 abgeschlossen. Dabei erhielten die großen Höfe viel Land, die kleinen wenig, und die Heuerlinge, die ihr Land von größeren Bauern gegen Pacht und Dienste zur Verfügung gestellt bekommen hatten, gingen leer aus. Weil die kleinen Leute auch noch die Gemeindehude als günstigen Weideplatz für ihr Vieh verloren hatten, wanderten viele von ihnen in diesen Jahren nach Amerika aus.
In der Gemarkung Neuhaus wurden im Lauf der Separation mehrere 1000 Morgen Land privatisiert. Für die kleineren Landbesitzer aus Neuhaus war der neue Besitz eine Last. Er lag kilometerweit entfernt im Mastbruch oder in der Senne, und man hatte weder Gespanne noch Gerätschaften oder Arbeitskraft, um diese Flächen ertragbringend zu bewirtschaften. Deshalb gab es zwei Möglichkeiten: Man begab sich in die Abhängigkeit von Großbauern, oder man verkaufte oder verpachtete den neuen Besitz. Als Folge der Separation gab es so um 1860 in Neuhaus zwar 307 Landbesitzer, aber da viele von diesen nicht besonders leistungsfähig waren, wurde das Ziel der Reform, Methoden und Ertrag der Landwirtschaft zu verbessern, nur mühsam und langsam erreicht.
3.2 Eingriffe in die Landschaft und Erschließung
Nach und nach wurden im Lauf des 19. Jahrhunderts durch technische Verbesserungen und die Entwicklung der Düngetechnik die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß sich die landwirtschaftliche Nutzung auf das Mastbruch und darüber hinaus in die Senne hinein ausdehnen konnte. Tiefe Eingriffe in den Charakter der Landschaft kamen hinzu. In den Jahren von 1832 bis 1835 wurden 21 Morgen Wald angepflanzt; dafür wurden Kiefern - und Birkenpflänzlinge aus dem Wilhelmsberg entnommen. Die Bäume sollten die wandernden Sanddünen aufhalten, die die Erosion des ohnehin kargen Bodens förderten. Diese Dünen verliefen in zwei Strängen, vom Wilhelmsberg aus entlang der heutigen Husarenstraße , und vom Sandberg aus entlang des heutigen Schatenwegs jeweils in östlicher Richtung.
Der neue Wald, der nebenbei auch für den künftigen Holzbedarf von Neuhaus vorsorgen sollte, wurde von den Bürgern gepflanzt. Teilweise wurden für diese Arbeiten Mitglieder von Familien herangezogen, die das Schulgeld für ihre Kinder nicht aufbringen konnten. Andere arbeiteten vom Gericht verhängte Geldstrafen ab, aber auch Freiwillige beteiligten sich. Die Dünen blieben jedoch ein hartnäckiger Gegenspieler, schon 1841 mußten weitere Bäume gepflanzt werden.
Als die Besiedlung des Mastbruchs zunahm, wurde die mangelhafte Erschließung zum Problem. Das Vieh konnte zwar auf dem Triftweg auf die Weide getrieben werden, aber dieser Weg war für Menschen beschwerlich und durch fußtiefen Sand für Gespanne gänzlich unpassierbar. Er wurde nun, angefangen in Neuhaus, teilweise begradigt, mit Kies befestigt und als Weg nach Lippspringe durch das heutige Wasserwerk am Diebesweg fortgeführt. Der Kostenaufwand für diese Maßnahme war nicht sehr hoch, da ansässige Dienstpflichtige die Arbeiten ausführten.
Ferner wurden entlang der Wege durch das Mastbruch Entwässerungsgräben angelegt, die jeder Anlieger mindestens einmal im Jahr ausheben mußte. Verschiedene Wegebrücken aus Backstein wurden gebaut. 1859 pflanzte man etwa 13.000 Kiefern im Mastbruch, außerdem entlang des Triftweges 550 Weiden, um dem Boden weitere Festigkeit zu geben. Allerdings wurden diese Erschließungsmaßnahmen nicht als zusammenhängendes Projekt an einem Stück ausgeführt, sondern es handelte sich um Einzelmaßnahmen, die je nach akuter Notwendigkeit durchgeführt wurden und sich über Jahrzehnte hinzogen.
Ein direkter Weg von Neuhaus nach Klusheide und Marienloh, die Dorfstraße, war so 1844 angelegt worden. Dieser, die heutigen Marienloher Straße und An der Talle, wurde erst 1908 ausgebaut. Der Mastbruchweg, der das Mastbruch von Süden nach Norden durchquerte, war ebenfalls ein einfacher Weg; er wurde erst für den Betrieb der inzwischen aufgegebenen Lippemühle (seit 1931/32) befestigt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zwei einfache Holzbrücken über die Lippe am Mastbruch - beziehungsweise am Diebesweg. Wenn diese Brücken unpassierbar wurden, zum Beispiel bei Hochwasser, waren weite Umwege erforderlich.
Auch sonst veränderte das Mastbruch sein Gesicht. 1858 kaufte der Graf von Westphalen die Tallewiesen an der Lippe. Das Heu von diesen Wiesen konnten Käufer selbst mähen, sie kamen dazu teilweise aus Hövelhof, Stukenbrock und dem Lipperland. Um den Ertrag zu steigern, wurde die Lippe begradigt, und es wurden vom Fluß aus Kanäle durch die Wiesen gezogen, die es ermöglichten, sie zu flößen, das heißt unter Wasser zu setzen.
Bei dieser seit dem Mittelalter bekannten, aber zu jener Zeit forcierten Methode setzte man auf die düngende Wirkung des Wassers und den Umstand, daß eine Bewässerung im Frühjahr den Boden erwärmte und so das Wachstum beschleunigte. Diese Technik war allerdings sehr aufwendig und arbeitsintensiv. Durch die Einführung moderner Bewirtschaftungsmethoden und den Einsatz von Mineraldünger ging ihre Anwendung bald wieder zurück. Auf den Tallewiesen wurde sie immerhin bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts praktiziert.
Nachdem die Landschaft des Mastbruchs sich so im Lauf des 19. Jahrhunderts durch menschliche Eingriffe stellenweise deutlich verändert hatte, wurde 1929 am Diebesweg das Wasserwerk erbaut. Nun wurde dem Mastbruch ein großer Teil des verbliebenen Grundwassers entzogen, und man konnte endgültig kaum noch von einer Bruchlandschaft sprechen.
3.3 Die Siedler
Die Siedler, die im Gefolge der Aufhebung und Aufteilung der Gemeindehude ins Mastbruch zogen, waren meist Kleinbauern, die einen Handwerksberuf (Maurer, Schuhmacher, Zimmermann, Schneider, Schlachter) erlernt hatten und diesen weiter ausübten. Später waren die Bentelerwerke und die Eisenbahn wichtige Arbeitgeber, das war noch in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts so. Andere kamen als Tagelöhner oder Ackerknechte auf einem größeren Hof unter. Die mittleren oder größeren Bauern richteten für letztgenannten Personenkreis Heuererstellen ein, wobei Baugrundstück für das Haus, Garten und Ackerland gegen Bargeld und Arbeitsleistung verpachtet (verheuert) wurden.
So entstanden im Mastbruch verstreut liegende Fachwerkhäuser mit dem großen Deelentor und zum Teil mit dem inschriftengeschmückten Torbalken. Die kleinen Gehöfte waren meistens zum Schutz vor Wind und Wetter mit Eichen umpflanzt. Die meisten Siedler waren keine Grundbesitzer, sondern Zeit - oder Erbpächter und mußten zum Teil bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges Pachtzins bezahlen.
Die Häuser selbst waren Eigentum der Siedler, und so kam es, daß bei Umzügen das Haus vollständig abgebaut und am neuen Wohnort wieder aufgebaut wurde. Ein Beispiel für einen solchen Umzug eines ganzen Hauses ist das Gebäude Schatenweg 157, das heute vom Anglerverein Waltrop genutzt wird. Es wurde, laut Torinschrift, im Jahr 1776 errichtet, aber nicht im Mastbruch, sondern in Hövelhof. Um 1860 riß die Erbfolge der dortigen Besitzerfamilie ab, und das Haus stand zum Verkauf. Der Graf von Westphalen benötigte gerade zu dieser Zeit eine Dienstwohnung für den Wiesenwärter der Tallewiesen. Er erwarb also das Gebäude in Hövelhof, ließ es abtragen und am Schatenweg wieder errichten.
Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts machten sich auf diese Weise viele Häuser zusammen mit ihren Bewohnern von der Senne aus auf den Weg zu neuen Standorten in Marienloh und im Mastbruch. Sie waren von einer Institution verdrängt worden, die von 1844 bis heute in Mastbruch präsent ist: dem Militär.
Paderborn war schon bald nach der endgültigen Zugehörigkeit zum Königreich Preußen Garnisonsstadt geworden. Auch das Schloß in der Nachbarstadt Neuhaus wurde, nach einer Karriere als Fabrikhalle und Zuchthaus, als Kaserne genutzt. Für die alte Residenz brachte die Anwesenheit der Truppen Konflikte zwischen Soldaten, meist jungen Männern ohne familiäre Bindungen am Ort, und Ansässigen, sie war aber auch ein wesentlicher, die lokale Wirtschaft belebender Faktor. Die Soldaten waren nämlich nicht nur Konsumenten von Produkten und Dienstleistungen. Bis ausreichend Platz in den Kasernen geschaffen werden konnte, wohnten sie in kleinen Gruppen in den Bürgerhäusern. Die dafür gezahlte Miete war so lukrativ, daß manche Hausbesitzer eigens anbauten und sich bitter bei den Behörden beklagten, als die Soldaten in die neugebauten Kasernen zogen.
Bei den in Neuhaus und Paderborn stationierten Verbänden handelte es sich um Kavallerieeinheiten, die viel Platz zum Üben brauchten. 1844 erwarb die Stadt Paderborn deshalb "im Mastbruch und der alten Senne hinter der Talle" 77,5 ha Heideland, die der Magistrat an das Militär weiterverpachtete. In der Folge wurden östlich der heutigen Fischteiche und nördlich der Detmolder Straße Schießstände und ein Exerzierplatz angelegt.
In den Jahren 1881 und 1882 kaufte die Militärverwaltung dann Gelände am Diebesweg südlich der Strothe an, um hier einen Exerzierplatz für die Husaren vom Husarenregiment 8, die seit 1851 teilweise im Schloß untergebracht waren, einzurichten. Mehrere Marienloher Bauern und der Graf von Hatzfeldt mußten diesem Vorhaben weichen. Westlich des Diebesweges umfaßte der neue Übungsplatz ein Areal zwischen Husarenstraße und Schatenweg, Drei - Seen - Weg und Diebesweg, bezog also den heutigen Hundeübungsplatz und die heutige Kleingartenanlage mit ein.
Der größere Teil des Platzes lag östlich des Diebesweges auf dem Gelände des heutigen Wasserwerkes. Die Husaren ritten auf Wegen durch das Mastbruch, die von ihnen militärisch knapp als 1. Heideweg (Triftweg/Hatzfelder Straße), 2. Heideweg (Husarenstraße) und 3. Heideweg (Thuner Weg) bezeichnet wurden, zu den Schieß - und Übungsplätzen. Nach einem solchen Marsch vieler Reiter war etwa der Triftweg, der auch zum Ende des Jahrhunderts immer noch nur in der Nähe von Neuhaus befestigt war, so aufgewühlt, daß er tagelang für Fußgänger und Gespanne nicht passierbar war. Besonders an heißen Sommertagen erschien dieser Weg den Husaren mühsam und fast endlos, weshalb sie und auch die Einheimischen ihn "Ewigkeitsweg" nannten.
Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden die Waffen immer weitreichender und wirksamer. Als Folge dieser Entwicklung wurden die taktischen Formationen aufgelockert. Das bedeutete, daß Schießbahnen und Exerzierplätze immer größer angelegt werden mußten. 1888 entschied das Kriegsministerium in Berlin deshalb, den Kavallerieplatz nach Norden zu erweitern. Das dafür benötigte Land wurde in den folgenden beiden Jahren von einer ortskundigen Ankaufskommission erworben.
Fast nahtlos schloß sich dann in den folgenden Jahren die Ausweitung zu einem allgemeinen Übungsplatz an. Die Kommission erwarb sich das Vertrauen der Bauern und zahlte angemessene Preise; daher gab es nur einen Fall, in dem ein Bauer gegen Entschädigung enteignet wurde. Da man staatlicherseits nicht glaubte, daß die Siedler in der direkten Umgebung eine neue Bleibe finden würden, bot man ihnen in der Provinz Posen neue Siedlungsflächen an. Die Behörden versuchten hier, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Im fernen Osten des Reiches sollte so auch die Germanisierung eines mehrheitlich polnischen Gebietes vorangetrieben werden. Die "Senner" aber waren heimatverbunden; nach Posen ist keiner gezogen.
4. Die Entwicklung zum Ortsteil
4.1 Die Schulen
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Mastbruch bereits recht dicht besiedelt, und die Bevölkerung wuchs stetig. Die Kinder besuchten die Volksschulen in Neuhaus, Thune und Marienloh. Der Weg zu diesen Schulen war lang und beschwerlich, außerdem waren alle drei Schulen ausgelastet. Deshalb beschloß der Rat von Neuhaus im Jahr 1906, auf einem Stück Gemeindewald am Mastbruchweg eine einklassige Halbtagsschule zu errichten.
Dieses Vorhaben wurde in den Jahren 1908 und 1909 verwirklicht. Wer von den Ortsansässigen Gespanne besaß, wurde zu Hand - und Spanndiensten herangezogen, um das benötigte Baumaterial, zum Beispiel Kies aus der Alme, heranzuschaffen. Als Gegenleistung gewährte der öffentliche Bauherr Steuererleichterungen.
Die neue Schule wurde am 4. Juni 1909 ihrer Bestimmung übergeben. Die eigentliche Schule war ein Klassenzimmer für alle Kinder vom 1. bis zum 8. Schuljahr. Daran angebaut folgten eine Lehrerwohnung und eine Deele mit Ställen für ein Schwein und Hühner. Über der Deele war ein Bodenraum, in dem das Brennholz für die Schule gelagert wurde.
Hinter diesem Gebäudekomplex befanden sich die Toilettenanlage und ein Lehrergarten. Vor dem Gebäude am Mastbruchweg lag der Schulhof, auf dem auch eine Pumpe zur Wasserversorgung war. Neben der Deele schloß sich ein kleiner Sandplatz mit einer Reckstange an. Hier hatten die Jungen mit dem Lehrer Turnunterricht, während eine Aushilfslehrerin die Mädchen im Klassenraum in Handarbeit unterrichtete.
Zu Beginn unterrichteten ein Lehrer und eine Aushilfslehrerin 81 Schülerinnen und Schüler; 1915 waren es 101 Schüler, 1920, 112. In diesem Jahr wurde der Unterricht erstmals in zwei Klassen erteilt. Das 4. bis 8. Schuljahr bildete die Erste Klasse und hatte am Vormittag Unterricht, die Zweite Klasse mit 1. bis 3. Schuljahr folgte am Nachmittag. In den Jahren 1923 und 1924 wurden ein zweites Klassenzimmer und eine Lehrerinnenwohnung als Erweiterungsbau errichtet; die Bauarbeiten leisteten die Bewohner von Mastbruch "freiwillig und unentgeltlich", wie es hieß.
1949 war die Schule erneut gewachsen. Nunmehr unterrichteten zwei Lehrerinnen und zwei Lehrer 210 Schülerinnen und Schüler in vier Klassen. Die folgenden Jahrzehnte sahen deshalb eine kontinuierliche Abfolge von Erweiterungsmaßnahmen, die der Schule neben der Vergrößerung der Unterrichtsräume auch heute selbstverständliche Neuerungen wie Verwaltungsbüros, Lehrerzimmer, Aula und Turnhalle brachten. Im Schuljahr 1962/63 bekam die bis dahin namenlose Schule auf Antrag der Elternschaft den offiziellen Namen Josefsschule. Die Schule, heute Grundschule, in Mastbruch war und ist eine katholische Bekenntnisschule; Versuche, sie in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln, verfehlten 1976 und 1993 die erforderliche Mehrheit.
1968 wurde in Nordrhein - Westfalen die Hauptschule eingeführt. Für diese neue Schulform wurde ein neues Gebäude errichtet, ebenfalls auf einem Teil des Gemeindewaldes am Schatenweg. Da die Zahl der Schüler aus Mastbruch, die vom 5. bis zum 9. Schuljahr diese Schule besuchen würden, nicht ausreichte, wurde das Einzugsgebiet der Schule auf Sennelager und Sande ausgedehnt. Der Antrag, auch die neue Hauptschule zu einer Bekenntnisschule zu machen, fand keine Mehrheit.
4.2 Mastbruch als wachsender Ortsteil
In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Mastbruch mehr und mehr ein wachsender Ortsteil von Schloß Neuhaus. Immer mehr Einzelhäuser und Siedlungen entstanden, ein Bebauungsplan reihte sich an den anderen. Damit wurde es auch nötig, die Straßen endgültig zu befestigen und auszubauen. 1954 erhielt die Hatzfelder Straße eine Asphaltdecke bis zum Mastbruchweg. 1959 wurden die Gräben beiderseits der Hatzfelder Straße und des Mastbruchwegs verrohrt, um den Straßen mehr Halt zu geben.
Im gleichen Zeitraum verbreiterte man den Mastbruchweg, der seit etwa 1960, obwohl beiderseits noch unbefestigt, als Hauptstraße des Ortsteils galt. Bald darauf wurde er von der Marienloher Straße bis zum Thuner Weg in Mastbruchstraße umbenannt. !965/66 stellte man diese Hauptstraße fertig, versah sie mit Bürgersteig und Beleuchtung und richtete vor Schule und Kirche Parkstreifen ein.
Mastbruch war und ist fast ausschließlich Siedlungsgebiet, abgesehen von den Feldern und Weiden des oberen Mastbruch. Industriebetriebe findet man kaum. Der Ortsteil hat seinen Bewohnern und Besuchern an Freizeitmöglichkeiten viel zu bieten. Unter der Obhut des nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten Sportvereins DJK Mastbruch entstanden im Lauf der Zeit an verschiedenen Stellen ein Aschenplatz, ein Rasenplatz und eine Tennisanlage. Die Kleingartenanlage am Diebesweg zählt zu den schönsten ihrer Art in Nordrhein - Westfalen. Eine weitere Attraktion ist das Seengebiet, das als indirekte Folge der regen Bautätigkeit entstand.
Auf der Talle, an der Husarenstraße und am Habichtsweg wurden nämlich Sand und Kies zunächst im Tagebau abgetragen und dann beim Bauen verwendet. Das im Grundwasser liegende Material blieb zunächst dort, wurde dann aber auch mit starken Saugpumpen bis zu 15 Metern Tiefe ausgepumpt, weiterverarbeitet und der Bauwirtschaft zugeführt. Nach der Ausbeutung blieben mit Grundwasser gefüllte Baggerlöcher zurück (Talleseen, Waldsee, Habichtsee), die sich nach und nach zum Mittelpunkt eines Naherholungsgebietes entwickelten. Am Waldsee liegt auch ein gut besuchter Campingplatz.
Das Mastbruch entwickelte sich von der Gemeindehude zum Ortsteil, während es zu Schloß Neuhaus gehörte. 1974 verfügte der Landtag im rheinischen Düsseldorf, gegen den erklärten Willen der Neuhäuser, die Eingemeindung der ehemaligen Residenz mit ihren Ortsteilen in die Nachbarstadt Paderborn. Eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Entscheidung blieb erfolglos.
Die Großstadt Paderborn ist in den vergangenen Jahren, entgegen dem Landestrend, gewachsen. Im aktuellen Stadtentwicklungsbericht wird angenommen, daß sich diese Entwicklung, wenn auch abgeschwächt, fortsetzen wird. Das bedeutet, daß auch der Bedarf an Wohnflächen stetig steigen dürfte. Aus Paderborner Sicht ist dabei das Baulandpotential der beiden Ortsteile Elsen und Mastbruch, die beide aus landwirtschaftlicher Streusiedlung hervorgegangen sind, besonders groß.
Größere mögliche Bauflächen liegen im oberen Mastbruch und entlang der Marienloher Straße, aber auch in innerörtlichen Baulücken. Gerade die Erfahrungen des mit Bauplänen zugedeckten Stadtteils Elsen, aber auch erste Auseinandersetzungen in Mastbruch haben gezeigt, daß die weitere Entwicklung von Mastbruch nicht konfliktfrei verlaufen wird.
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Literatur Norbert Börste u. a., Die 8. Husaren und ihre Garnison in Neuhaus und Paderborn, Paderborn 2001 Chronik der Pfarrgemeinde St. Josef in Neuhaus (Kreis Paderborn) Führer zu vor - und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 20: Paderborner Hochfläche, Paderborn, Büren, Salzkotten, Mainz 1971 Frank Göttmann u. a., Paderborn. Geschichte der Stadt in ihrer Region, Paderborn 1999 Elisabeth v. Kanne, Mastbruch, Paderborn 1985 (Eigenverlag) Gerhard Liedtke, Abbestraße bis Zwetschenweg. Straßennamen in Paderborn, Paderborn 1999 G. Moritz, Naturschutz und Landschaftspflege in Paderborn. Heft 4: Flößwiesen, Paderborn 1999 Michael Pavlicic u. a., Hausinschriften an Fachwerkhäusern im Kirchspiel Neuhaus, Paderborn 1986 Uwe Piesczek u. a., Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992 F. Wurm, Schloss Neuhaus, Paderborn 1957 (2. Aufl.) |
Christoph v. Rüden
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